← Inhaltsübersicht

Der Oldenburger Zweig und seine Schößlinge

C. Jüngere Linie der Familie · Kapitel 15

Aus: Heinrich Pottmeyer, Kurze Geschichte der Familie Schilgen bezw. von Schilgen, Münster 1925. Diplomatische Wiedergabe in der Rechtschreibung des Originals; reine Archiv- und Quellennachweise weggelassen. Wenige offenkundige Druck- und Lesefehler bei Jahreszahlen wurden nach den Querbezügen des Textes stillschweigend berichtigt.

Martin Schilgen, Amtmann in Vörden

So sehr war dieser jüngste Zweig der jüngeren Linie der Familie Schilgen bis vor kurzem aus dem Gesichtskreise der anderen Zweige verschwunden, daß selbst seine nächsten Anverwandten, die Mitglieder des adeligen Zweiges, von seinem Dasein kaum noch etwas wußten. Wohl hatten einige derselben von Trägern ihres Namens im Oldenburger Lande gehört, doch über deren Ursprung und den Grad der Verwandtschaft, in dem sie zu ihnen standen, war ihnen nichts bekannt.

Gründer dieses Zweiges war Martin Schilgen, der jüngste Sohn des Schatzrats Johann Wilhelm Schilgen und seiner Gemahlin Maria Anna Gertrud geb. Schlaun, der am 8. September 1763 im Dom zu Osnabrück getauft wurde. Ueber seine Jugendzeit wissen wir nichts, doch wird er, wie seine Brüder Konrad und Albert, das Gymnasium in Osnabrück besucht und später Rechtswissenschaft studiert haben. Bei der Vermählung des letztgenannten Bruders mit seiner ersten Frau Katharina Elisabeth von Vagedes am 17. März 1787 finden wir ihn als Trauzeugen. Vom Oktober 1796 an war er Amtsrentmeister in Vörden (im ehemaligen Fürstbistum Osnabrück); er wird jedoch am 22. März 1797 zugleich auch Amtmann in Damme genannt. Die nächste Nachricht über ihn betrifft seine Verehelichung. Am 19. November 1799 führte Martin Schilgen, Amtsrentmeister zu Vörden, im Dom zu Osnabrück Katharina Elisabeth Maria Meyer zu Northofe zum Traualtar; als Zeugen waren zugegen Dr. jur. Konrad Schilgen aus Osnabrück und Frl. Karoline Meyer zu Northofe. Die junge Braut, erst 17½ Jahr alt, war als Tochter des Domkapitels-Syndikus Dr. jur. Johann Heinrich Meyer zu Northofe und dessen Ehefrau Maria Bernhardine Elisabeth geb. Forckenbeck zu Osnabrück geboren und am 15. Mai 1782 im Dom daselbst getauft.

Als einen angenehmen und würdigen Aufenthaltsort konnte Martin Schilgen seiner jungen Gemahlin das ansehnliche frühere fürstbischöfliche Schloß in Vörden bieten, das damals als Amtshaus diente. Manche geschichtliche Erinnerungen knüpften sich an dieses Gebäude, das während des Dreißigjährigen Krieges sieben Jahre lang Gustav Wasa, einen natürlichen Sohn des schwedischen Königs Gustav Adolf, in seinen Mauern beherbergt hatte und dessen Ölbild noch stets von der Wand des Treppenganges auf jeden herabblickte, der zum Obergeschoß emporstieg. Und oben im Hause, über die grünen Wipfel der Anlagen hinweg, die das Amtshaus rings umgeben, bot sich eine prächtige Aussicht auf die dunkelblauen Höhen, die als Ausläufer des Wiehengebirges den südlichsten Zipfel des Oldenburger Münsterlandes durchziehen und den stolzen Namen der „Oldenburger Schweiz“ tragen. In älterer Zeit hatte an der Stelle des Amtshauses die Burg Vörden gestanden, die einen vorgeschobenen Posten des geistlichen Fürstentums Osnabrück gegen das Niederstift Münster bildete; und die Hoheitsrechte über einen großen Teil des Amtes Vörden, das Osnabrück hier später errichtet hatte, insbesondere über die Kirchspiele Damme und Neuenkirchen, waren bis zum Ende der geistlichen Herrschaft streitig zwischen Münster und Osnabrück. Das Porträt Gustav Wasas hängt heute noch an derselben Stelle im ehemaligen Vördener Amtshause, das seit etwa 1850 als katholisches Pfarrhaus dient.

Zur französischen Zeit versah Martin Schilgen außer dem Rentmeisteramt auch das eines Maire des Kantons Vörden; später wird er Amtmann genannt. Die Erinnerung an ihn ist in dortiger Gegend bei sehr alten Leuten noch heute nicht ganz erloschen. Mit den Franzosen soll er sich gut gestanden und für die Instandhaltung und Besserung der Wege, die im Amte Vörden wie sonstwo zu damaliger Zeit in einem erbärmlichen Zustande waren, viel getan haben. Und mit den Bauern, die hinsichtlich des Gemeinwohls manchmal anderer Ansicht waren als ihr Maire oder Amtmann, verfuhr dieser, wofern sie sich allzu halsstarrig zeigten — der Volksüberlieferung zufolge — nicht gerade gelinde: er soll sie gelegentlich mit dem Stock zur Raison gebracht haben. Unterdessen verlor das Amt Vörden nach dem Ende der französischen Herrschaft, als 1814 bezw. 1815 eine Neuregelung der Besitzverhältnisse getroffen und die Gemeinden Damme und Neuenkirchen mit dem ehemaligen münsterischen Amte Vechta dem Großherzogtum Oldenburg angegliedert wurden, immer mehr an Bedeutung. Einige Jahre später erhoben die Bauern des Amtes Beschwerde gegen den Amtmann Schilgen, und bei einer gegen diesen eingeleiteten Untersuchung bezichtigte einer ihn der Bestechlichkeit und bekräftigte seine Aussage durch einen Eid. Die Folge war, daß Schilgen seines Amtes entsetzt wurde. Inwieweit Rachsucht den Zeugen — das war auch die Ansicht meines Gewährsmannes — verleitet haben mag, mehr auszusagen als er verantworten konnte, läßt sich natürlich heute, nachdem sich das Grab beinah 100 Jahr über die Beteiligten geschlossen hat, nicht mehr feststellen.

Um diese Zeit erbaute Martin Schilgen etwa eine Stunde Weges von Damme am Wege nach Vörden in der weiten Heideeinsamkeit, wo er einen ausgedehnten Grundbesitz erworben hatte, sich ein neues Heim, in das er gegen 1820 mit seiner Familie übergesiedelt sein mag. Durch Rodungen der für Ackerbau und Weidewirtschaft geeigneten Stellen, insbesondere aber durch umfangreiche Aufforstungen schuf er sich dort ein prächtiges Besitztum, das er Neuenwalde nannte. Das in Fachwerk errichtete Wohnhaus hat zwar im Laufe der Zeit einige bauliche Veränderungen erfahren, doch ist über der Eingangstür noch immer die Inschrift zu lesen, die sein Erbauer einst dort anbringen ließ: Gott schütze den Neuen Wald. Martin Schilgen starb auf dem Gute am 14. November 1832 im siebenzigsten, seine Ehefrau Elisabeth geb. Meyer zu Northofe am 9. November 1840 im neunundfünfzigsten Lebensjahre.

Dieses Ehepaar hatte im ganzen 13 Kinder, von denen die ersten zehn in Vörden und die übrigen auf dem Gute Neuenwalde geboren wurden. Ihre Namen sind folgende:

  1. Heinrich Johann Schilgen, geb. den 22. November 1800 und am folgenden Tage getauft. Pate: Heinrich Meyer, Dr. jur. und Syndikus der Domkirche zu Osnabrück (Großvater des Täuflings).
  2. Maria Bernardine Schilgen, geb. den 2. Juni 1802 und am nächsten Tage getauft. Patin: Maria Bernardina Forckenbeck, Ehefrau des Domsyndikus Meyer (Großmutter).
  3. Konrad Wilhelm Schilgen, geb. den 15. März 1804 und am folgenden Tage getauft. Pate: Schatzrat Konrad Schilgen aus Osnabrück (Oheim).
  4. Maria Anna Karoline Schilgen, geb. den 4. März 1806, getauft am 8. März. Patin: Karoline Meyer, Tochter des Syndikus (Muhme).
  5. Sigismund Christian Schilgen, geb. den 26. April 1808 und am folgenden Tage getauft. Pate: Sigismund Meyer, Advokat.
  6. Maria Benedikta Schilgen, geb. den 22. Februar 1811 und am nächsten Tage getauft. Patin: Benedikta Meyer geb. Abken.
  7. Maria Antoinette Schilgen, geb. den 16. August 1813, getauft den 18. August. Patin: Frl. Maria Antoinette Forckenbeck.
  8. Albert Joseph Schilgen, geb. den 9. März 1815, getauft am folgenden Tage. Pate: Assessor Albert von Schilgen in Dülmen, vertreten durch den Registerschreiber Georg Gieseke.
  9. Sigismund Anton Schilgen, geb. den 11. Dezember 1817, getauft den 15. Dez. Pate: Amtsassessor Sigismund Meyer in Iburg.
  10. Karl Sigismund Schilgen, geb. den 19. Mai 1819, getauft am 21. Mai. Paten: Hauptmann Sigismund Christian Anton Ernsts aus Münster und „Frédéric Pierre, médecin de l’Hôpital du Val de Grâce à Paris, Schwager des Herrn Amtmanns“.
  11. Antoinette Pauline Schilgen, geb. den 25. Februar 1822, getauft am nächsten Tage. Paten: Johann Anton Meyer, Vikar, und Frl. Benedikta Maria Helene Forckenbeck zu Osnabrück.
  12. Martin Anton Schilgen, geb. den 22. Oktober 1824, getauft am folgenden Tage. Pate: Johann Anton Meyer zu Northofe, Vikar.
  13. Christian Wilhelm Schilgen, geb. den 26. Juni 1826, getauft am 28. Juni. Paten: Christian Wilhelm Abekens und Frau Elisabeth v. Schilgen geb. Maerle zu Bocholt i. W.

Die größere Mehrzahl dieser Kinder starb in ihrer frühesten Jugend. Als die Eltern nach dem Gute Neuenwalde übersiedelten, waren von den zehn in Vörden geborenen Kindern nur noch vier, und zwar der älteste Sohn Heinrich, die unter Nr. 8 und 10 aufgeführten Söhne Albert und Sigismund sowie die älteste Tochter Bernardine, am Leben, und von den in Damme geborenen erreichte der jüngste, Wilhelm, allein ein höheres Lebensalter. In ihrem neuen Heim verloren die Eltern nach einigen Jahren ebenfalls den ältesten Sohn, Heinrich Schilgen, der den Beruf eines Landvermessers erwählt hatte, am 11. Juli 1825. Nach dem Sterbebuch der Pfarrkirche zu Damme war er „ein sehr solider, hoffnungsvoller Jüngling“, der „seit mehreren Jahren ungeachtet seines starken und schlanken Wuchses kränklich“ gewesen sei. Die älteste Tochter, Bernardine Schilgen, blieb unverehelicht und siedelte spätestens 1855 nach Osnabrück über, wo sie lange Jahre als Rentnerin ein Haus am Domhof bewohnte und nach vollendetem 82. Lebensjahre am 17. Juli 1884 einem Schlaganfalle erlag. Gleichfalls unverehelicht starb Sigismund Schilgen als oldenburgischer Ober-Landvermessungsinspektor im November 1878 zu Osternburg bei Oldenburg.

Albert Schilgen, Landvermesser in Cloppenburg

Am 9. März 1815 im Amtshause zu Vörden geboren, siedelte Albert Schilgen etwa im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach dem Gute Neuenwalde bei Damme über. Wie sein ältester Bruder Heinrich ergriff er den Beruf eines Landvermessers, trat in den oldenburgischen Staatsdienst und verbrachte den größten Teil seines Lebens in Cloppenburg. Hier verehelichte er sich am 17. Januar 1841 mit Charlotte Schenkberg, Tochter des dortigen Weinhändlers Ferdinand Schenkberg und seiner Ehefrau Johanna geb. Schmedes, und als ihm diese seine erste Ehefrau bereits sechs Jahre später durch den Tod entrissen wurde, trat er am 13. Oktober 1849 mit deren Schwester Helene Schenkberg (am 4. Okt. 1825 zu Cloppenburg geboren) zum zweiten Male vor den Traualtar. Beiden Ehen entsprossen folgende Kinder:

a) 1. Ehe (Charlotte Schenkberg)

  1. Karoline Schilgen, geb. zu Westerstede bei Cloppenburg den 30. März 1842.
  2. Gustav Schilgen, geb. zu Osternburg bei Oldenburg den 14. März 1844.
  3. Wilhelm Schilgen, geb. zu Cloppenburg den 22. Mai 1846.

b) 2. Ehe (Helene Schenkberg)

  1. Maria Anna Schilgen, geb. daselbst den 1. Juni 1850.
  2. Theodor Joseph Johann Schilgen, geb. daselbst den 14. März 1852.
  3. Albert Schilgen, geb. daselbst den 5. März 1854.
  4. Konrad Schilgen, geb. daselbst den 12. Januar 1856.
  5. Johanna Schilgen, geb. daselbst den 8. März 1858.
  6. August Schilgen, geb. daselbst den 5. Januar 1860.
  7. Heinrich Schilgen, geb. daselbst den 10. Januar 1862.
  8. Emma Schilgen, geb. daselbst den 21. Februar 1864.
  9. Wilhelmine Schilgen, geb. daselbst den 22. Oktober 1866.

Landvermessungs-Inspektor Albert Schilgen starb zu Cloppenburg am 30. Januar 1892, nachdem ihm seine Frau Helene geb. Schenkberg am 28. Dezember 1879 daselbst im Tode vorangegangen war; von ihren zwölf Kindern verstarben die unter Nr. 5, 8 und 9 vermeldeten in sehr jugendlichem Alter.

Die älteste Tochter, Karoline gnt. Lily Schilgen, verehelichte sich am 11. November 1871 zu Cloppenburg mit Heinrich Küppers, Kaufmann in Münster. Sie starb (um 1912) in Rotterdam, während ihr Ehemann 1890 bereits in Münster verstorben war. — Gustav Schilgen, Zahlmeister in Celle, später in Verden, trat mit Dorothea Notholz, gebürtig aus Hannover, am 5. September 1871 in deren Vaterstadt in die Ehe. Das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter, doch konnte keiner der Verwandten mir ihre Namen angeben; auch wußte niemand etwas über den Verbleib dieser Kinder, deren Eltern vor langen Jahren bereits, der Vater im November 1891, in Verden verstorben sind. — Wilhelm Schilgen, der Referendar war, erlag am 18. September 1870 in einem Feldlazarett vor Metz dem Typhus. Maria Schilgen, die älteste Tochter zweiter Ehe, trat am 27. November 1872 in Cloppenburg mit dem oldenburgischen Assessor Otto Hagena, geb. am 4. Juni 1841 in der Stadt Oldenburg, vor den Traualtar. Ihr Gemahl, der später in den preußischen Staatsdienst übertrat und Eisenbahndirektor in Breslau war, starb zu Nizza am 2. März 1910. Seine Witwe lebt gegenwärtig in Berlin-Lichterfelde. Sie erfreut sich einer seltenen körperlichen und geistigen Frische, nimmt regen Anteil an allem, was die Geschichte ihrer Familie betrifft, und ist insbesondere in bezug auf die Lebensdaten ihrer Geschwister und nächsten Verwandten genau unterrichtet. Ohne ihre freundliche Mithilfe wäre es mir sicher nie gelungen, diese in so annähernder Vollständigkeit zusammenzubringen. — Albert und Konrad Schilgen wanderten beide nach den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Albert Schilgen verheiratete sich 1875 in New York mit Agnes Rosenow und verstarb daselbst am 11. Mai 1922; seine Witwe lebt noch heute in New York. Die Namen und Lebensdaten ihrer sechs Kinder (vier Töchter und zwei Söhne) konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Konrad Schilgen verehelichte sich mit Dorothea Rosenow; er selbst starb in Brooklyn, wo seine Witwe gegenwärtig noch wohnt. Das Ehepaar hat folgende zwei Kinder: Gustav Schilgen, geb. zu Brooklyn am 21. Oktober 1888, und Helene Schilgen, geb. daselbst am 30. Oktober 1894. — Emma Schilgen blieb unverehelicht und starb am 5. Januar 1918 in Berlin-Lichterfelde. — Wilhelmine Schilgen, die jüngste Tochter, verheiratete sich am 10. Mai 1901 mit Albert Harbers, Forstauditor, gegenwärtig Forstmeister in Lemgo, gebürtig aus Westerstede bei Cloppenburg.

Heinrich Schilgen, Kunstphotograph in Schöningen

Am 10. Januar 1862 als Sohn des derzeitigen Landvermessungs-Kondukteurs Albert Schilgen und seiner Ehefrau Helene geb. Schenkberg in Cloppenburg geboren, bildete Heinrich Schilgen sich für den Beruf eines Photographen aus und ließ sich als solcher in Schöningen, Kr. Helmstedt (Braunschweig), nieder. Dort verehelichte er sich am 12. Juli 1888 mit Marie Kohl, die daselbst am 4. November 1865 geboren ist. Das Ehepaar hatte folgende vier Kinder:

  1. Hedwig Schilgen, geb. zu Schöningen am 2. September 1889.
  2. Albert Schilgen, geb. daselbst am 25. November 1890.
  3. Heinrich Schilgen, geb. daselbst am 15. Dezember 1893.
  4. Marie Schilgen, geb. daselbst am 5. Juni 1896.

Die älteste Tochter Hedwig Schilgen trat am 25. April 1910 zu Broitzem (Braunschweig) mit Wilhelm Eggers (am 18. Oktober 1886 daselbst geboren) in die Ehe. Die jüngste Tochter, Marie Schilgen, starb am 14. November 1918 unverehelicht in Berlin. Albert Schilgen verheiratete sich am 25. Juli 1920 in Schöningen mit Anna Schlüter. Das Ehepaar hat eine Tochter: Hildegard Schilgen, geb. zu Schöningen am 1. Juli 1921. Heinrich Schilgen jun. trat am 1. April 1920 mit Margarete Steinecke (geb. am 8. Dezember 1896) in die Ehe. Dieses Paar hat bislang zwei Kinder: Gisela Schilgen, geb. zu Schöningen am 25. November 1921, und Heinrich Schilgen, geb. daselbst am 26. Juli 1923.

Wilhelm Schilgen zu Neuenwalde bei Damme

Christian Wilhelm Schilgen wurde als jüngster Sohn des Amtmanns Martin Schilgen und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Meyer zu Northofe am 26. Juni 1826 auf dem Gute Neuenwalde bei Damme geboren. Als er sechs Jahre alt war, verlor er den Vater und als Vierzehnjähriger auch die Mutter. Der letzteren Stelle wurde fortan vermutlich bei dem Knaben durch dessen um 24 Jahre ältere Schwester Bernardine Schilgen vertreten. Wilhelm Schilgen blieb auf dem elterlichen Gute Neuenwalde, wo er neben der Landwirtschaft auch eine Ziegelei betrieb. Um 1854 führte er Auguste Deister (geb. zu Hildesheim am 8. Oktober 1818) als Gattin heim. Beide Eheleute starben hochbetagt: Wilhelm Schilgen am 29. Dezember 1904 im 79. und Frau Auguste Schilgen geb. Deister am 29. Juni 1899 im 81. Lebensjahr. Sie hinterließen zwei Kinder:

  1. Maria Schilgen, geb. auf dem Gute Neuenwalde am 7. Mai 1855.
  2. Heinrich Schilgen, geb. daselbst am 22. Dezember 1859.

Maria Schilgen trat am 31. Mai 1892 zu Damme mit Rudolf Nordhoff, Eisenwarenhändler daselbst, in die Ehe, starb jedoch bereits am 9. Februar 1905. Heinrich Schilgen führte am 4. September 1889 Auguste Ricking, geboren in Damme am 2. Februar 1859, zum Traualtar und ließ sich als Kaufmann in Damme nieder. Nach dem Absterben seines Vaters verkaufte er das Gut Neuenwalde, dessen Verwaltung infolge seiner Abgelegenheit von Damme beschwerlich war, im Jahre 1908 an Wilhelm Dieckmann, dessen Eigentum es gegenwärtig noch ist. Frau Auguste Schilgen geb. Ricking starb am 4. Oktober 1915. Heinrich Schilgen betreibt noch heute in dem von den Eltern seiner Frau ererbten geräumigen Hause bei der Kirche in Damme eine allgemeine Warenhandlung. Das Ehepaar hatte folgende fünf Kinder:

  1. Auguste Schilgen, geb. zu Damme am 2. Juni 1890.
  2. Albert Schilgen, geb. daselbst am 14. August 1891.
  3. Heinrich Schilgen, geb. daselbst am 17. Dezember 1892.
  4. Lisbeth Schilgen, geb. daselbst am 2. November 1894.
  5. Heinrich Schilgen, geb. daselbst am 2. Dezember 1896.

Von diesen Kindern sind nur noch die unter Nr. 1 und 5 vermeldeten, Auguste und Heinrich Schilgen, am Leben; die übrigen starben als kleine Kinder. Auguste Schilgen verehelichte sich am 12. Mai 1921 zu Damme mit Heinrich Droste, Malermeister daselbst, geb. zu Vehrte (Bez. Osnabrück) am 10. März 1891. Heinrich Schilgen jun. heiratete zu Damme am 4. Mai 1922 Maria Helmers, geb. in Lohe bei Barßel i. Old. am 17. Mai 1897. Dieses Ehepaar hat bislang ein Kind: Auguste Schilgen, geb. zu Damme am 18. Januar 1925.